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Sondergutachten zum Weltklima veröffentlicht
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltfragen (WBGU) hat in einem Sondergutachten eine radikale Lösung für das Klimaproblem vorgeschlagen: Alle noch bis 2050 erlaubten Treibhausgasemissionen würden demnach gleichmäßig pro Kopf der Weltbevölkerung verteilt und daraus die Klimaschutzpflichten einzelner Länder abgeleitet.
Bei diesem Ansatz würde für jedes Land ein "kohlendioxid-Konto" eingerichtet, das neben der Einwohnerzahl auch den bereits in der Vergangenheit verursachten Ausstoß des Treibhausgases berücksichtigt. Durch ihre hohen Emissionen haben die Industrieländer bereits viel von ihrem Konto "abgebucht", so dass das vorgesehene Budget bald überzogen sein wird. Das Konto könnte dann durch Transferleistungen an die Entwicklungsländer aufgefüllt werden, vor allem durch einen globalen Emissionsrechtehandel.
Ziel ist eine Begrenzung der Erdklimaerwärmung in diesem Jahrhundert um maximal 2°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, da eine weitere Temperaturerhöhung gefährliche, irreversible und kaum beherrschbare Folgen für Natur und Gesellschaft hätte. Dieses Ziel könne nur dann erreicht werden, wenn bis zum Jahr 2050 nicht mehr als 750 Mrd. t Kohlendioxid aus fossilen Energieträgern in die Atmosphäre gelangen.
Umgerechnet auf die Weltbevölkerung hieße dies, dass pro Kopf ein jährlicher Kohlendioxid-Ausstoß von 2,7 t zulässig wäre. Im Vergleich dazu verursacht jeder Deutsche derzeit einen Ausstoß von 11 t pro Jahr. Durch diesen höheren Ausstoß würde das Guthaben der Bundesrepublik Deutschland auf dem Emissionskonto nur noch für 10 Jahre reichen.
Das Sondergutachten ist unter www.wbgu.de/wbgu_sn2009.pdf veröffentlicht.
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